JANUAR

„Kifah al Akrad, der Kampf der Kurden“, zählt zu den großen Würfen von Jemal Nebez. Diesen hatte er vor 65 Jahren in arabischer Sprache geschrieben und dem damaligen Staatspräsidenten von Ägypten, Gamal Abdel Nasser, zugeschickt, damit dieser aus erster Hand vom Freiheitskampf der Kurden erfahren sollte.

Zu wünschen ist, dass diese Wiederveröffentlichung von „Kifah al-Akrad, der Kampf der Kurden“ jetzt neue Leser findet, junge neue Leser. Dank Jawad Mella, der die Veröffentlichung in die Hand genommen hat, ist das jetzt möglich:

Schön, dass Jawad Mella zum 2. Jahrestag von Jemals Weggang, an diese meisterliche frühe Schrift von Jemal erinnert hat. Wir bedanken uns für die Zusendung und wünschen sehr, dass unter den Älteren dadurch viele Erinnerungen  geweckt werden, wie es war, als sie diese Schrift zum ersten Mal lasen. Wäre schon, wenn sie diese Erinnerungen mit uns teilen würden. Irgendwann, wenn die Wirkungsgeschichte dieser Schrift – hoffentlich von der Jemal Nebez Stiftung gefördert – geschrieben werden wird, werden eure Erinnerungen sehr wertvoll sein.

So gab z.B. im heutigen Rojava in Nord-Syrien Mitte der 1960er Jahre, zehn Jahre nach dem Schreiben und dem Verbreiten dieser Schrift in verschiedenen Teilen des Nahen und Mittleren Ostens unter dem Ladentisch, einen Oberschüler kurdischer Herkunft, der diese im schönen klangvollen Arabisch geschriebenen Schrift so oft las, dass er weite Teile davon schließlich auswendig konnte. Als in einer Klassenarbeit Überlegungen zum Spannungsverhältnis von Freiheit und Gesellschaft abgefragt wurden, überraschte der Oberschüler seinen Lehrer durch neuartige Gedankenführung. Der Lehrer war relativ jung, Araber und Kommunist, von der weltoffenen Art. Er gab dem Oberschüler die bestmögliche Note für den Aufsatz, nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass kein Spickzettel benutzt worden war, sondern dass er die Gedankengänge auf Abruf frei produzieren konnte.